POL-NB: Nach gefilmter Gewalttat gegen 14-Jährigen - Polizei konnte weitere Details ermitteln

Nr.6369682  | 12.10.2026  | PP NB  | Polizeipräsidium Neubrandenburg

Neubrandenburg (ots) -

Die Neubrandenburger Kriminalpolizei hat im Zusammenhang mit der Gewalttat durch mehrere Kinder und Jugendliche gegen einen 14-Jährigen Mitte September (Erstmeldung dazu unten eingefügt) weitere wichtige Erkenntnisse erlangt und so einige weitere Teile zu einem Gesamtbild von der Tat selbst zusammenfügen können.

Da die Tat aus mehreren Blickwinkeln gefilmt wurde und die Videos auch kurzzeitig öffentlich kursierten, konnten bereits kurz nachdem die Tat bekannt wurde mehrere Tatverdächtige identifiziert werden. Im Nachgang der veröffentlichten Mitteilung der Polizei gab es zudem einen Selbststeller. Weitere Befragungen von Zeugen und Verdächtigen brachten ein klares Bild zur genauen Tathandlung, zu Tatverdächtigen und vor allem auch zur Tatbeteiligung der jeweiligen Verdächtigen. Zu den Haupttätern werden aus ermittlungstaktischen Gründen keine weiteren Angaben gemacht, sie befinden sich aber im strafmündigen Alter.

Zudem wurden im Zuge der Ermittlungen auch Handys sichergestellt, auf denen sich Beweismaterial zur Tat befindet. Dieses konnte gesichert werden und führte ebenfalls zu weiteren, für die Ermittler relevanten Erkenntnissen.

Die Polizei geht aktuell von zwölf teils mehrfach polizeibekannten Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen neun und 15 Jahren - Mädchen wie Jungen - aus, die an der Tat entweder aktiv unter anderem durch Körperverletzungen oder auch durch das Fertigen von Bildmaterial beteiligt waren. Weiterhin handelt es sich dabei um Deutsche, Albaner, Tunesier und Deutsch-Türken.

Das 14-jährige deutsche Opfer war nach einer ärztlichen Begutachtung nach der Tat als schwerverletzt eingestuft worden und ins Klinikum gekommen. Weitere Angaben zum Opfer erfolgen zum Schutz der Persönlichkeitsrechte nicht.

Bei den bisher nicht strafmündigen Tatbeteiligten werden gemeinsam mit dem Jugendamt des Landkreises Konsequenzen des Handelns abgestimmt und durchgesetzt.

Und dass das permanente Verüben von Straftaten auch für Jugendliche weitreichende strafrechtliche Folgen in Abstimmung mit der Justiz nach sich ziehen kann, zeigt unter anderem das Beispiel eines Neustrelitzer Falls, über den Polizei im Juli berichtete: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/108747/6315518

Erstmeldung der Polizei vom 14.09. zur gefilmten Gewalttat:

Polizei erfährt durch Videos von Gewalteskalation gegen Jugendlichen

Am Sonnabend haben Beamte des Polizeihauptreviers Neubrandenburg Hinweise darauf bekommen, dass in den sozialen Netzwerken ein Gewaltvideo kursiert. Es zeigt eine Gewalteskalation gegen einen augenscheinlich Jugendlichen in Neubrandenburg. Durch die sofort eingeleiteten Ermittlungen noch während der Anzeigenaufnahme konnten verschiedene Videos sichergestellt werden, die alle einen Vorfall vom Mittwoch vergangener Woche in Neubrandenburg zeigen.

Nach derzeitiger polizeilicher Kenntnis haben etwa zehn Jungen und Mädchen im Alter zwischen neun und 15 Jahren einen 14-jährigen Jungen mutmaßlich über mehrere Stunden mit Tritten, Schlägen - auch mit Gegenständen - gequält und teils Verbrennungen zugefügt. Die Videos sind so eindeutig, dass die Tatverdächtigen sowie auch das Opfer ermittelt werden konnten. Unter den Tatverdächtigen sind Deutsche, Albaner, Tunesier und Deutsch-Türken. Das Opfer ist Deutscher.

Es wurden Anzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung, Nötigung, Beleidigung und der Verletzung des persönlichen Lebensbereichs durch die Videoaufnahmen während der Gewalteskalation gefertigt. Die Ermittlungen der Kripo Neubrandenburg dauern an. Zum Zeitpunkt der Anzeigenaufnahme galt das Opfer noch als leichtverletzt.

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