POL-HRO: Mehr als 118.000 Euro Schaden durch QR-Code-Betrug - Arztpraxen und Apotheken in Rostock im Fokus der Betrüger

Nr.6361476  | 29.09.2026  | PP HRO  | Polizeipräsidium Rostock

Rostock (ots) -

Mehr als 118.000 Euro Schaden in nur wenigen Wochen: Arztpraxen und Apotheken in der Hansestadt Rostock sind derzeit Ziel einer Betrugsmasche, bei der sich unbekannte Tatverdächtige als Bankmitarbeiter ausgeben und ihre Opfer mittels QR-Codes zur Freigabe von Zahlungen bewegen. Die Polizei warnt vor der Masche und rät zu besonderer Vorsicht.

Allein zwischen dem 4. und 23. September wurden in Rostock vier Fälle durch betroffene Arztpraxen angezeigt. Die Tatverdächtigen erbeuteten dabei jeweils zwischen 17.000 und 48.600 Euro. Insgesamt entstand in den bislang bekannt gewordenen Fällen ein Schaden von mehr als 118.000 Euro.

Die Vorgehensweise ist dabei immer ähnlich: Zunächst erhalten die betroffenen Arztpraxen oder Apotheken ein postalisches Schreiben, das augenscheinlich von ihrer Bank stammt. Ein darin enthaltener QR-Code führt auf eine täuschend echt aussehende, gefälschte Internetseite der vermeintlichen Bank. Kurz darauf folgt ein Anruf. Die Tatverdächtigen geben sich als Bankmitarbeiter aus und behaupten beispielsweise, verdächtige Kontobewegungen festgestellt zu haben oder eine Zahlung beziehungsweise Bankverbindung überprüfen oder rückgängig machen zu müssen. Unter diesem Vorwand werden die Geschädigten dazu gebracht, Zahlungsvorgänge über ihre TAN-App freizugeben. Auf diese Weise können die Täter Überweisungen oder andere Zahlungsaufträge zulasten der Geschädigten auslösen.

Besonders auffällig: Die Tatverdächtigen verfügen teilweise über detaillierte Informationen zu den Bankgeschäften ihrer Opfer. Auch Namen der zuständigen Bankberater können ihnen bekannt sein. Selbst die tatsächliche Telefonnummer der Bank wird regelmäßig auf dem Telefondisplay angezeigt.

Die Polizei appelliert insbesondere an Betreiber und Beschäftigte von Arztpraxen und Apotheken, bei unerwarteten Bankanschreiben und Anrufen vermeintlicher Bankmitarbeiter besonders aufmerksam zu sein. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Beenden Sie im Zweifel das Telefonat und nehmen Sie selbstständig über eine bereits bekannte Telefonnummer Kontakt zu Ihrer Bank auf.

Die Polizei empfiehlt:

- QR-Codes in unerwarteten Bankanschreiben nicht vorschnell
scannen.
- Bei einem verdächtigen Anruf auflegen und die Bank selbst über
eine bekannte Telefonnummer kontaktieren
- Keine Zugangsdaten, TANs oder Zahlungsfreigaben an vermeintliche
Bankmitarbeiter weitergeben oder auf deren Aufforderung
bestätigen.
- Sich nicht unter Zeitdruck setzen lassen
- Ein professionell wirkendes Schreiben, ein QR-Code oder die auf
dem Display angezeigte Telefonnummer der eigenen Bank sind kein
sicherer Beleg für die Echtheit der Kontaktaufnahme
- Bei einem Betrugsverdacht sofort die Bank informieren und
mögliche Maßnahmen zur Sicherung des Kontos veranlassen
- Schnellstmöglich persönlich Anzeige bei der Polizei erstatten,
damit mögliche Sofortmaßnahmen unmittelbar eingeleitet werden
können

Gerade wenn bereits Überweisungen oder andere Zahlungsvorgänge veranlasst wurden, kann schnelles Handeln wichtig sein. Wer den Verdacht hat, Opfer der Betrugsmasche geworden zu sein, sollte nicht abwarten, sondern umgehend seine Bank informieren und sich persönlich an eine Polizeidienststelle wenden.

In den bekannt gewordenen Fällen wurden Strafverfahren unter anderem wegen Betruges, des Abfangens von Daten sowie des Ausspähens von Daten eingeleitet. Die Ermittlungen dauern an.

Rückfragen bitte an:

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