POL-NB: 65-Jährige durch Love Scamming um rund 150.000 Euro betrogen - Polizei warnt erneut vor Betrugsmasche

Nr.6357723  | 23.09.2026  | PP NB  | Polizeipräsidium Neubrandenburg

Vorpommern-Greifswald (ots) -

Die Betrugsmasche rund um das sogenannte Love Scamming (Liebesbetrug) ist nicht neu, aber leider immer noch erfolgreich, was ein aktueller Fall aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald zeigt.

Am heutigen Tag erstattete eine 65-jährige Frau aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald Strafanzeige wegen Betruges bei der Polizei. Sie wurde Opfer eines sogenannten Liebesbetrügers und erlitt einen erheblichen finanziellen Schaden von rund 150.000 Euro.

Beim sogenannten "Love Scamming" handelt es sich um eine moderne Betrugsmasche, bei der die Täter meist Kontakt zu alleinstehenden Personen über soziale Netzwerke oder Partnerbörsen aufnehmen und versuchen eine oftmals romantische Beziehung aufzubauen. Dabei nutzen sie oft gefälschte Identitäten und geben sich bevorzugt als Angehörige vertrauenswürdiger Berufsgruppen wie Ärzte, Soldaten oder Ingenieure aus. Ziel dieser Betrüger ist es, durch das Vortäuschen starker (auch freundschaftlicher) Gefühle, das Gegenüber emotional so zu beeinflussen, dass ihm finanzielle Zuwendungen übertragen werden. Sobald die emotionale Abhängigkeit gefestigt ist, folgen erfundene Notlagen wie Unfälle, Festnahmen, Kontensperrungen, Reisekosten oder Zollgebühren, für die dringend Geld benötigt wird. Sobald der Betrug auffällt oder keine Zahlungen mehr erfolgen, wird der Kontakt abgebrochen. Die Täter agieren dabei in den meisten Fällen aus dem Ausland heraus.

Im aktuellen Fall kontaktierte der bislang unbekannte Täter die 65-Jährige bereits im März 2025 über ein soziales Netzwerk. Nachdem zunächst belanglose Nachrichten ausgetauscht wurden, verlagerte sich der Kontakt einen Monat später auf einen Messenger-Dienst. Der Täter gab sich dabei als US-amerikanischer Arzt aus, der angeblich als UNO-Mitarbeiter auf dem Schiff einer Ölfirma tätig sei.

Im weiteren Verlauf täuschte der Betrüger eine Notlage vor. Aufgrund einer angeblichen Scheidung seien seine Konten eingefroren worden und er müsse das Schiff verlassen. Für die Rückreise nach Amerika benötige er dringend Geld, welches er versprach umgehend an die Frau zurückzuzahlen. Die Geschädigte überwies daraufhin eine erste Geldsumme.

In den Folgemonaten forderte der Betrüger unter immer neuen Vorwänden weitere Geldbeträge. Das Vertrauen der Frau gewann er dabei durch das Übersenden von Fotos und Videos, die seine Angaben belegen sollten.
Dabei vertröstete er die 65-Jährige immer wieder mit der Rückzahlung und kündigte ihr schließlich an, ein Paket mit einem Barscheck geschickt zu haben.

Kurze Zeit später erhielt die Frau eine E-Mail mit angeblichen Zollforderungen, die sie begleichen sollte. Nach erfolgter Zahlung, erreichte das Paket die Frau jedoch nicht, dafür weitere Zahlungsaufforderungen, um an ihr bereits überwiesenes Geld zu gelangen.

Insgesamt überwies die 65-Jährige über den gesamten Zeitraum rund 150.000 Euro. Im August 2026 brach der Kontakt seitens der Betrüger schlagartig ab, weshalb sich die Frau schließlich an die Polizei wandte und Anzeige erstattete.

Die Polizei warnt vor dieser Betrugsmasche und rät:

- Seien Sie misstrauisch, wenn Bekanntschaften aus dem Internet
schnell große Gefühle äußern, ohne dass es je zu einem
persönlichen Treffen gekommen ist.
- Überweisen Sie unter keinen Umständen Geld an Personen, die Sie
ausschließlich aus dem Internet kennen, egal wie plausibel oder
herzzerreißend die Notlage dargestellt wird.
- Betrüger nutzen meist professionelle Bilder fremder Personen.
Nutzen Sie die Bildersuche von Suchmaschinen (Rückwärtssuche),
um zu prüfen, woher das Foto stammt.
- Vertrauen Sie sich bei finanziellen Bitten Angehörigen oder
Freunden an.
- Sollten Sie Opfer eines solchen Betrugs geworden sein, empfehlen
wir, alle Chatverläufe, E-Mails und dergleichen zu sichern und
Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten.

Ausführliche Informationen zum Thema erhalten Sie unter: https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/scamming/.

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