POL-NB: Erpressung nach intimem Chatverkehr - Jugendlicher reagiert richtig und schaltet Polizei ein

Nr.6351500  | 14.09.2026  | PP NB  | Polizeipräsidium Neubrandenburg

Vorpommern-Greifswald (ots) -

Am vergangenen Wochenende erstattete ein Jugendlicher aus dem Bereich Uecker-Randow bei der Polizei Anzeige wegen des Verdachts der Erpressung. Dabei handelt es sich um die sogenannte "Sextortion", eine Form der Erpressung, bei der Täter mit der Veröffentlichung intimer Fotos oder Videos drohen, um Geld oder weitere Handlungen zu erzwingen.

Der Jugendliche wurde zuvor über eine Social-Media-Plattform von einer bislang unbekannten Person kontaktiert, die sich als minderjähriges Mädchen aus den USA ausgab. Die Unterhaltung, die auf Englisch geführt wurde, verlagerte sich im weiteren Verlauf auf einen Messengerdienst. Dort brachte die unbekannte Person den Jugendlichen zur Übersendung intimer Fotos.

Kurze Zeit später erhielt der Jugendliche einen Zusammenschnitt seiner übersandten Bilder verbunden mit der Drohung, das Material an seine Kontakte zu veröffentlichen, sollte er nicht binnen einer festgesetzten Frist Geld in Form von Guthabenkarten bezahlen.
Der Jugendliche ließ sich nicht auf die Forderungen ein, zahlte kein Geld und wandte sich stattdessen sofort an die Polizei.

Die Kriminalpolizei hat nun die Ermittlungen wegen des Verdachts der Erpressung sowie des Abrufes oder Besitzes von Jugendpornografie aufgenommen.

Wer Opfer einer solchen Masche (sogenannte "Sextortion") wird, steht meist unter hohem Druck. Der Geschädigte hat in diesem Fall vorbildlich reagiert, denn durch das Verweigern der Erpressersumme wird den Tätern die finanzielle Grundlage entzogen. Außerdem hat der Jugendliche sofort Hilfe gesucht. Dabei kann das Einschalten der Polizei und das Aufbrechen des Schweigens helfen, den Erpressungskreislauf zu durchbrechen.

Die Polizei rät deshalb:

- Seien Sie misstrauisch gegenüber Kontaktanfragen von unbekannten
Personen auf Social-Media-Plattformen und Messengerdiensten,
denn Profilbilder und Altersangaben lassen sich leicht fälschen.
- Versenden Sie niemals freizügige oder intime Fotos an Personen,
die Sie nicht persönlich und gut kennen.
- Überweisen Sie niemals Geld, denn eine Zahlung stoppt die
Erpressung in den seltensten Fällen. Meist werden daraufhin nur
höhere Summen gefordert.
- Sicher Sie alle möglichen Beweise. Machen Sie Screenshots von
den Chatverläufen, den Profilen oder Telefonnummern.
- Blockieren Sie den Kontakt auf allen Kanälen und melden Sie das
Profil beim jeweiligen Plattformbetreiber.
- Informieren Sie umgehend die Polizei.

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