POL-NB: Sechs Streifenwagen wegen Intensivtäter im Einsatz

Nr.6286799  | 02.06.2026  | PP NB  | Polizeipräsidium Neubrandenburg

Neukalen (ots) -

Am Sonntagabend gegen 20.00 Uhr ist bei einer Familie in der Wasserstraße in Neukalen mit einem Stein das Küchenfenster eingeworfen worden. Die Familie war zu dem Zeitpunkt in dem Raum. Ein 32-jähriger Deutscher, der als Intensivtäter gilt, kam als mutmaßlicher Täter in Betracht. Da der Verdächtige bereits mehrfach an dem Tag durch Straftaten aufgefallen und so auch mehrere Polizeieinsätze ausgelöst hatte, wurde bereits auf Anfahrt zum Tatort durch die Polizei mit der Bereitschaftsstaatsanwaltschaft eine kurzzeitige Gewahrsamnahme des Beschuldigten besprochen. Damit sollten durch den alkoholisierten und zuvor schon aggressiv auftretenden Mann für den restlichen Abend und die Nacht weitere Straftaten verhindert werden. In weiser Voraussicht - der Beschuldigte ist für seine Aggression auch gegenüber Polizeibeamten sowie für Solidarisierungsaufrufen bekannt - wurden sechs Streifenwagen aus den Revieren Malchin und Demmin nach Neukalen geschickt.

Gegen 20.30 Uhr fanden die Beamten den beschriebenen Mann draußen in der Straße des Friedens in Neukalen umgeben von einer Gruppe seiner Bekannten - ebenfalls alle intensiv polizeilich bekannt. Er zeigte ein sehr ambivalentes Verhalten. Er pustete zunächst freiwillig - der Test ergab einen Promillewert von 1,27. Als die Beamten ihm erklärten, dass sie ihn mit aufs Revier und für die Nacht in die Gewahrsamszelle mitnehmen werden, flippte er komplett aus. Er wollte eine Flasche und einen Stein nach den Beamten werfen, er und die Umstehenden drohten den Beamten mehrfach mit dem Tod und beleidigten sie. Die Situation konnte kurzzeitig beruhigt werden. Der Verdächtige stellte Flasche und Stein zurück, wehrte sich danach jedoch heftig mit Tritten, Bissen und Spucken gegen die Fesselung. Freiwillig in den Streifenwagen steigen wollte er die ganze Zeit nicht. Er verletzte zwei Beamten durch Tritte, einen von beiden so sehr, dass dieser nun dienstunfähig ist.

Während die einen Beamten bei dem aggressiven Mann versuchten, die Handschellen anzulegen, mussten die anderen Beamten die Kollegen sichern. Gleich mehrere Personen versuchten, den Gefangenen zu befreien und die Polizisten bei der Maßnahme erheblich zu stören. Beim Versuch, einen 63-Jährigen davon abzuhalten, die Polizeikette zu durchbrechen, um zu dem Festgenommenen zu kommen, schlug er auf eine Beamtin ein und verletzte sie dabei leicht. Sie blieb weiter dienstfähig.
Gegen den 63-Jährigen wird nun wegen versuchter Gefangenenbefreiung und Körperverletzung ermittelt, gegen eine 29-Jährige wegen versuchter Gefangenenbefreiung und versuchter Körperverletzung.

Nach dieser Aktion wurde bei der Justiz eine vorläufige Festnahme inklusive einer Haftprüfung erwirkt. Aufgrund der Entscheidung durch die Justiz wurde der Beschuldigte am Montagnachmittag wieder aus allen polizeilichen Maßnahmen entlassen.

Allein von dem Einsatzsonntag ermittelt die Polizei nun gegen ihn unter anderem wegen mehrfacher Körperverletzung, Beleidigung, Bedrohung, einem illegalen Fahrzeugrennen und Sachbeschädigung sowie Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

Alle Beteiligten sind Deutsche.

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