POL-NB: Abschlussmeldung zum Einsatz Fusion

Nr.4314295  | 03.07.2019  | PP NB  | Polizeipräsidium Neubrandenburg

Neubrandenburg (ots) - Hiermit möchten wir unser Fazit zum Einsatz
anlässlich des Fusion Festivals 2019 ziehen:

Am Sonntag überschattete ein trauriges Ereignis das gesamte
Festival, was die insgesamt positive Bilanz der Polizei erheblich
trübt. Der mobilen Wache wurde der Tod eines nur 28 Jahre alten
Mannes gemeldet, der kurz zuvor leblos in seinem Zelt gefunden worden
ist. Wie zwischen Veranstalter und Polizei vereinbart, nahmen
Kriminalbeamte sofort die in solchen Fällen erforderlichen
todesermittelnden Maßnahmen auf. Wir informierten die Angehörigen des
Mannes, während die mitreisenden Freunde durch Sanitäter und den
Veranstalter betreut wurden. Zur Todesursache des Mainzers können
derzeit keine Angaben gemacht werden. Die Obduktionsergebnisse wurden
der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg heute bekannt gegeben. Demnach
wird ein Fremdverschulden ausgeschlossen. Ob und in welcher Form
Substanzen todesursächlich sein könnten, ist der toxikologischen
Untersuchung vorbehalten, deren Ergebnis wohl erst in einigen Wochen
vorliegt.

Während des gesamten Einsatzes gab eine sehr gute Kooperation
zwischen uns und dem Veranstalter, die wir als zukunftsträchtig
erachten. Der mit ihm gefundene Kompromiss hat sich bewährt. Wir
haben täglich eine gemeinsame Lagebesprechung durchgeführt und uns
gegenseitig auf den Stand gebracht. Diese Besprechung war ein enger,
offener und umfassender Informationsaustausch aller Beteiligten.

Für jeden vor Ort waren wir ohne lange Wege als Ansprechpartner
präsent. Die mobile Wache hat neben dem tragischen Todesfall
insgesamt sieben Strafanzeigen aufgenommen (vier Eigentumsdelikte,
eine Körperverletzung, zwei Anzeigen wegen des Verstoßes gegen das
Betäubungsmittelgesetz). Darüber hinaus nahmen die Beamten einen
Wildunfall auf und Fundsachen entgegen. Teilnehmer des Festivals
kamen mit ihren Kindern, um die Wache zu besuchen und die Kleinen
konnten in die Einsatzfahrzeuge klettern. Wir sehen die mobile Wache
mit ihrem Angebot als angenommen an.

Im gesamten Einsatz nahmen die Beamten etwa 380 Straf- und
Ordnungswidrigkeitsanzeigen auf. Darunter befanden sich knapp 200
Strafanzeigen wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das
Betäubungsmittelgesetz und etwa 150 Anzeigen gemäß §24a StVG (Führen
eines Kraftfahrzeuges unter berauschenden Mitteln). Die bei den
Kontrollen festgestellten Nationalitäten zeigten deutlich, dass sich
das Festival weltweit großer Beliebtheit erfreut. Die Betroffenen
stammten aus insgesamt 21 verschiedenen Nationen, von Australien,
über Brasilien, Irland bis nach Nigeria. Oft waren die
Englischkenntnisse der Kollegen gefragt.

Den insgesamt größten Kräfteansatz hatten wir zu Spitzenzeiten am
Freitag mit etwa 290 und am Montag mit etwas weniger Beamten und
Angestellten im Einsatz.

Wir sind mit dem Einsatzverlauf, der Zusammenarbeit mit dem
Veranstalter, dessen Sicherheitsdienst und allen anderen beteiligten
Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (z.B. Landkreis MSE, Amt
Röbel-Müritz, DRK, THW usw.) sehr zufrieden. Es herrschte eine
fortsetzungswürdige vertrauensvolle Kommunikation.

Am Sonntag kam es in Lübtheen im Landkreis Ludwigslust-Parchim zum
größten Waldbrand in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Am Abend
rief der Landrat den Katastrophenfall aus. Inzwischen brennen etwa
600 ha eines munitionsbelasteten Walgebietes und mehrere Ortschaften
mussten evakuiert werden.

Angesichts dieser Gefährdung für die Bevölkerung entschloss sich
der Polizeiführer den Einsatz ´Fusion´, welcher zu diesem Zeitpunkt
fast ausschließlich aus verkehrspräventiven Maßnahmen bestand, zu
beenden und stellte alle Kräfte für den Einsatz im Katastrophengebiet
frei.




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Nicole Buchfink
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