Geschichte

Historie des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommern – die Entwicklung zu einer modernen Sicherheitsbehörde

Die Entwicklung des Landeskriminalamtes vollzog sich nicht linear, vielmehr ist sie geprägt von periodischen Veränderungen mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten. Insbesondere die Anfangszeit lässt sich dabei durchaus als holprig bezeichnen, denn erst nach und nach verstand es die damals noch junge Behörde, ihre Aufgaben auch umfänglich zu erfüllen.

Insbesondere den Service- und Zentralstellenaufgaben, wie sie einem Landeskriminalamt u.a. auf den Gebieten der Spezialeinheiten, der Kriminaltechnik, der Informationsauswertung wie auch der internationalen Rechtshilfe und der Fahndung übertragen sind, wurde man hier erst mit den etwa ab Mitte der 90er Jahre geschaffenen Strukturen zunehmend gerecht. Damit einher ging seinerzeit das Erfordernis, die Behördenstruktur mit einer adäquaten Dienstpostenbeschreibung zu unterlegen.

Auf dem weiteren Weg in Richtung der heutigen modernen Organisation auf einem eben solchen Ausstattungsniveau waren in der Folge umfangreiche Investitionen notwendig. Die Modernisierung und Erweiterung der Liegenschaftskapazitäten führten letztlich in vielen Einzelschritten zur Zusammenführung von bis dahin ausgelagerten Dienstbereichen an einem Standort, zugleich wurden damit die Arbeitsbedingungen deutlich verbessert. So wird am Beispiel des 2006 eingeweihten Kriminaltechnischen Instituts die Moderne ganz besonders deutlich – ein Aufeinandertreffen von Leistungsfähigkeit durch zeitgemäße wissenschaftliche Arbeitsbedingungen mit akkreditierten Qualitätsstandards und einer Architektur, die zudem mit dem Landesbaupreis ausgezeichnet worden ist.

Neben den erwähnten Herausforderungen war der Weg des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommern stets eng verknüpft mit einigen Besonderheiten. So ist bereits mit der Gründung nicht etwa eine bestehende Behörde umstrukturiert, sondern vielmehr ein Amt mit komplexen und vielschichtigen Aufgaben gänzlich neu aufgebaut worden. Hinzu kommt neben den fachlichen Aspekten die exponierte Lage der Behörde, die ihren Sitz im Gegensatz zu anderen Landeskriminalämtern nicht in der Landeshauptstadt hat, sondern idyllisch am Ostufer des Schweriner Sees gelegen ist. Die Gründe dafür sind allerdings pragmatischer Natur.

Mit dem einstigen Aufbaustab der Kriminalpolizeidirektion Mecklenburg-Vorpommern wurde der Grundstein für das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern gelegt, das wenig später, am 3. Januar 1992, durch Erlass des Innenministeriums dann als Obere Landesbehörde in dessen Geschäftsbereich eingerichtet worden ist.

In den Anfängen waren zunächst etwa ein Dutzend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Aufbau der Behörde beschäftigt. Zwischenzeitlich ist deren Zahl auf aktuell rund 480 angewachsen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommern als Zentralstelle im Sinne des BKA-Gesetzes decken in ihrem täglichen Dienst komplexe Aufgabenfelder ab, die von den verschiedensten Bereichen der Ermittlungstätigkeit, der Ermittlungs- und Einsatzunterstützung und dem Polizeilichen Staatsschutz über die Kriminalwissenschaft und -technik, die Analyse, Auswertung und Prävention bis hin zur Verwaltung dessen reichen.

Zugleich wurden und werden in den genannten Arbeitsfeldern sukzessiv spezielle Kooperationsformen mit anderen Behörden und Institutionen im In- und Ausland aufgebaut und unterhalten, die wesentlich zu einer verbesserten Effizienz bei der Bewältigung gemeinsamer Aufgaben der Kriminalitätsvorbeugung und -bekämpfung beitragen. Exemplarisch seien hier die Gemeinsamen Ermittlungsgruppen Rauschgift und Schleuser (GER M-V und GES M-V), die Sicherheitspartnerschaft Mecklenburg-Vorpommern, die Mitwirkung im Beratungsnetzwerk Demokratie und Toleranz M-V, die Kooperationen mit der Hochschule Wismar und dem DVZ M-V oder auch die Beteiligung am Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum sowie am Gemeinsamen Zentrum der deutsch-polnischen Polizei- und Zollzusammenarbeit in Swiecko (PL) bis hin zur internationalen Sicherheitskonferenz „Danziger Gespräche“ genannt. Diese Form der Vernetzung setzt sich fort in einer Vielzahl von Präventionsprojekten, die im Landeskriminalamt angesiedelt sind.

Die seitens der Behörde zu bewältigenden Aufgaben und Herausforderungen orientieren sich stets auch an aktuellen und sich abzeichnenden Entwicklungen in verschiedensten Phänomenbereichen. So wurden als eines der jüngeren Beispiele u.a. die Einrichtung eines eigenständigen Cybercrime-Dezernates und die Einstellung entsprechender IT-Spezialisten vor wenigen Jahren unabdingbar. Ähnlich verhält es sich mit der Nutzung der Sozialen Medien. Mit ihrer wachsenden gesellschaftlichen Bedeutung einhergehend sind im Landeskriminalamt bereits frühzeitig Grundlagen für die polizeiliche Nutzung Sozialer Medien geschaffen worden, einschließlich eines Facebook-Auftrittes für die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern.

Verstärkt gefordert ist die Behörde aktuell insbesondere in Fragen der Bekämpfung des islamistischen Terrorismus, in Bezug auf die Entwicklung der neuen Technologien bzw. im Bereich Cybercrime sowie im Rahmen der NSU-Aufarbeitung. Ein weiterer besonderer Fokus liegt gegenwärtig auf der Fortschreibung der Behördenziele für das Landeskriminalamt. Im Rahmen einer modernen, mitarbeiterorientierten Führung gestalten hier die bereits frühzeitig einbezogenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst wesentlich die künftige und für sie handlungsleitende strategische Ausrichtung ihrer Behörde mit.