POL-NB: Das Geld liegt auf der Straße...

Nr.4518859  | 12.02.2020  | PP NB  | Polizeipräsidium Neubrandenburg

Neubrandenburg (ots) - Gestern am späten Abend haben Passanten in der
Erich-Zastrow-Straße auf dem Datzeberg in Neubrandenburg nicht schlecht
gestaunt: Etliche Banknoten jeglicher Couleur lagen vom Wind verweht auf der
Straße verteilt. Die Finder riefen die Polizei. Die Beamten des
Polizeihauptreviers Neubrandenburg sammelten insgesamt 147 Scheine auf, darunter
50-Euro-Noten, 500-Euro-Noten; das Gros waren jedoch Zehner.

Wie die weiteren Ermittlungen ergaben, handelt es sich bei den Geldscheinen um
eine Form von ´Spielgeld´, welches jedoch täuschend echt wirken - vor allem beim
Bezahlen in dunkleren Räumen wie etwa Discos oder auch bei unvorsichtiger
Geldannahme in Geschäften. Dieses Geld wird auch ´Movie Money´ oder ´Prop Money´
genannt und kann legal im Internet erworben werden. Auf der Rückseite der
Scheine ist mehr oder weniger deutlich das Wort ´copy´ erkennbar (siehe Foto).
Zudem ist etwa der Streifen vorn rechts nicht so stark oder gar nicht spiegelnd
und die kleingedruckte Banknotenzahl nicht fluoreszierend.

Strafrechtlich relevant wird es für Besitzer solcher Banknoten natürlich erst
dann, wenn sie die unechten Scheine bewusst als Zahlungsmittel einsetzen. In
jüngster Zeit ist auch in Neubrandenburg mit solchem Geld beim Bezahlen betrogen
worden.

Die Kripo Neubrandenburg hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Wer sachdienliche Angaben zu den Scheinen auf der Straße von Mittwochabend
machen kann - etwa woher das Geld geflogen kam oder Hinweise zum Besitzer hat -
wendet sich bitte an die Einsatzleitstelle Neubrandenburg unter 0395/5582-2224,
die Internetwache der Landespolizei M-V unter www.polizei.mvnet.de oder aber
jede andere Polizeidienststelle.

Allgemeine Informationen zu dem Phänomen ´Spielgeld´ des LKA M-V: In diesem Jahr
sind bundesweit, auch in M-V, vermehrt verwechselbare, banknotenähnliche
Abbildungen aufgetreten. Hierbei handelt es sich um eine Art ´Spielgeld´ oder
Geld für Werbezwecke, die unter Einhaltung von Regeln, die die EZB aufgestellt
hat, gefertigt und auch legal vertrieben werden dürfen. Die gefertigten
banknotenähnlichen Abbildungen müssen sich zum Beispiel in Größe, Material,
Bildern, Aufdrucken so von echten Banknoten unterscheiden, dass eine
Verwechslung mit echtem Geld ausgeschlossen ist. Auf solchen Scheinen sind
unterschiedliche Aufdrucke und Schriften abgebildet, die auf Werbezwecke oder
Spielgeld hinweisen. Außerhalb der EU werden diese Regelungen und Vorgaben
oftmals nicht eingehalten, so dass das produzierte und zum Erwerb angebotene
´Geld´ durchaus echt wirkt und somit auch zur Täuschung im Zahlungsverkehr
geeignet ist. Es ist für Falschgeldverausgaber viel einfacher, sich dieses
´Geld´ zu beschaffen. Verausgabungen erfolgen zumeist im Einzelhandel, bei
Festivals, in Bars oder Nachtclubs.

Rückfragen bitte an:

Claudia Tupeit
Polizeipräsidium Neubrandenburg
Pressestelle
Telefon: 0395/5582-2041
E-Mail: pressestelle-pp.neubrandenburg@polizei.mv-regierung.de
http://www.polizei.mvnet.de

Auf Twitter: @Polizei_PP_NB

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