LKA-MV: Cybercrime-Ermittler schalten Kinderpornografieplattform im Darknet ab - Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Rostock und des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommern

Nr.4349531  | 15.08.2019  | LKA  | Landeskriminalamt

Rampe (ots) - Unter der Sachleitung der Schwerpunktabteilung
Cybercrime der Staatsanwaltschaft Rostock ist es den
Cybercrime-Ermittlern des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommern
gelungen, eine Darknet-Plattform zum Austausch von
kinderpornografischem Material aus dem Netz zu nehmen. Auf der
Chat-Plattform im sogenannten TOR-Netzwerk hatten mehrere hundert
Nutzer Zugriff auf über 200.000 illegale kinderpornografische Daten.
Das Ermittlungsverfahren der Schwerpunktabteilung Cybercrime der
Staatsanwaltschaft Rostock umfasste mehrmonatige, intensive und zum
Teil internationale Ermittlungen. Diese richteten sich sowohl gegen
den Betreiber der Plattform, der die kinderpornographischen Daten zum
Begehen von Straftaten zur Verfügung stellte, als auch gegen die
Nutzer, die sich wegen der Verbreitung von kinderpornografischen
Schriften strafbar machen. Trotz der hochgradigen Verschlüsselung,
die derartige Plattformen im Darknet bieten, ist es im Rahmen der
Ermittlungen gelungen, mehrere Nutzer aus verschiedenen Ländern zu
identifizieren. In einem Fall handelte es sich um einen deutschen
Staatsangehörigen, der zudem sein eigenes Kind sexuell missbrauchte
und auch anderen zum sexuellen Missbrauch anbieten wollte. Ein
weiterer Missbrauch konnte durch die Festnahme des Tatverdächtigen
verhindert werden. Mit Unterstützung des Bundeskriminalamtes konnte
der Serverstandort der Plattform ermittelt werden. Der Server wurde
zwar durch einen in Dubai ansässigen Provider vermietet, befand sich
jedoch in einem Rechenzentrum eines niederländischen Dienstleisters.
Auf der Grundlage der äußerst kooperativen Zusammenarbeit mit den
niederländischen Strafverfolgungsbehörden ist es der
Staatsanwaltschaft Rostock gelungen, den Standort des Servers
festzustellen, seine Inhalte zu sichern und ihn anschließend zu
beschlagnahmen. Die Plattform befindet sich seit dem 13.08.2019 nicht
mehr im Netz. Bei Aufruf der bisher genutzten Domain wird nun eine
Sperrseite der Sicherheitsbehörden angezeigt, um die weitergehende
Nutzung zu verhindern. Dieses Sperrbild ist der Pressemitteilung als
Anlage beigefügt und kann zur Veröffentlichung genutzt werden. Den
ersten Hinweis auf die Plattform erhielt das Landeskriminalamt im
Dezember 2017 anonym über die Onlinemeldestelle ´Netzverweis.de´.
Das Landeskriminalamt bearbeitet mit Unterstützung der
Polizeidienststellen des Landes die hier schwerpunktmäßig zu
Kinderpornografie, Cybercrime und Extremismus eingehenden
Bürgerhinweise. Durch die kriminellen Anbieter derartiger Foren oder
Marktplätze im Darknet werden gezielt Provider und Serverstandorte in
unterschiedlichsten Ländern genutzt, um den Ermittlungsbehörden die
Identifizierung der Nutzer und Betreiber sowie das Abschalten der
Plattformen zu erschweren. Aus diesem Grund sind Ermittlungsverfahren
im Bereich der Kinderpornografie in der Regel sehr aufwendig und nur
durch die internationale Kooperation mit Aussicht auf Erfolg zu
führen. Das Ergebnis dieses Verfahrens macht deutlich, dass sich die
Arbeit der Sicherheitsbehörden bei der Bekämpfung der
Kinderpornografie auszahlt und Kriminelle durch die vermeintliche
Anonymität im Darknet nicht vor der Strafverfolgung geschützt sind.
Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft Cybercrime in Rostock und das
Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommern bedanken sich bei
Eurojust, dem Bundeskriminalamt und den Partnerbehörden in den
Niederlanden für die sehr gute Zusammenarbeit.




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Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern
Pressestelle
Matthias Rascher
Telefon: 03866/64-8700
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