Polizeiliche Kriminalstatistik 2020

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) erfassten Straftaten in Mecklenburg-Vorpommern um 4,8 % von 111.329 auf 105.932 Fälle gesunken. Die sogenannte Häufigkeitszahl, also die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner, ist von 6.916 auf 6.587 gesunken. Das ist der niedrigste Stand seit 1992.

Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote das dritte Jahr in Folge leicht gestiegen und liegt bei 62,9 Prozent, was die höchste je registrierte Aufklärungsquote in Mecklenburg-Vorpommern seit 1992 bedeutet.

Die Anzahl der Tatverdächtigen entwickelte sich analog zu der Anzahl der erfassten Fälle, womit ein Rückgang um 4,7 % zu verzeichnen ist. Der Wert aus 2019 sank von 44.491 Tatverdächtigen auf nunmehr 42.400 in 2020.

Die Anzahl der Straftaten in der Hauptgruppe „Straftaten gegen das Leben“ bewegt sich generell auf einem eher niedrigen Niveau. Im letzten Jahr wurden hier 49 Straftaten registriert (2019: 72). Dabei ist der deutlichste Rückgang beim Mord, und zwar um acht Fälle zu verzeichnen. Während es 2019 hier noch zwölf Fälle waren, sind 2020 nur noch vier Fälle des Mordes erfasst worden

Die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind im Vergleich zum Vorjahr angestiegen (1.560 Fälle im Jahr 2020, 1.382 Fälle im Jahr 2019). Ursächlich dafür ist insbesondere eine Steigerung der Fälle von Verbreitung pornografischer Schriften um 192 Fälle. Während hier 2019 336 Fälle registriert wurden, waren es 2020 528. Dabei machen Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung kinderpornographischer Schriften mit 115 Fällen den größten Anteil der Zunahme aus.

Bei den Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit ist 2020 (15.588 Fälle) im Vergleich zu 2019 (16.582 Fälle) ein Rückgang um 994 Straftaten zu verzeichnen. Dieser Rückgang ergibt sich in erster Linie aus den rückläufigen Fallzahlen bei den Körperverletzungsdelikten um 832 Fälle. Demgegenüber ist 2020 ein Anstieg der Fallzahlen Häuslicher Gewalt zu verzeichnen. Im Jahr der Corona-Krise wurden Konflikte auch gehäuft in der Familie ausgetragen. Delikte, die der häuslichen Gewalt zuzurechnen waren, stiegen von 1.651 in 2019 um 123 Fälle auf 1.774 in 2020 an.

Im Bereich der Diebstähle ist ein Sinken der Fallzahlen zu registrieren: von 30.857 Diebstählen in 2019 zu 26.484 Diebstähle in 2020. Dieser Rückgang erstreckt sich nahezu auf alle Straftaten in dieser Hauptgruppe, wie Wohnungseinbruchdiebstähle und Fahrraddiebstähle.

Die Vermögens-und Fälschungsdelikte gingen um 5,8 % von 21.327 Straftaten in 2019 auf 20.095 in 2020 zurück. Diese Entwicklung ist maßgeblich auf die rückläufigen Fallzahlen bei dem Erschleichen von Leistungen um 1.006 Fälle zurückzuführen. Ein Pandemiezusammenhang ist dabei anzunehmen. Dieser Bezug ist auch erkennbar beim Anstieg von Straftaten des Subventionsbetrugs um 49 Fälle, die mehrheitlich Corona-Soforthilfen zum Gegenstand haben.

Die Straftatenhauptgruppe „Sonstige Straftatbestände“ verzeichnet einen leichten Anstieg um 0,3 % von 28.716 Fällen in 2019 auf 28.797 in 2020. Hierbei dominieren im Jahr 2020 Sachbeschädigungen mit insgesamt 13.857 Fällen (2019: 13.645). Diese machen einen prozentualen Anteil von 48,1 % an dieser Hauptgruppe aus.

Die Straftatenhauptgruppe „Strafrechtliche Nebengesetze“ beinhaltet alle PKS-relevanten Straftatbestände außerhalb des Strafgesetzbuches. Maßgeblich wird diese Hauptgruppe durch die Rauschgiftdelikte nach dem Betäubungsmittelgesetz mit einem Anteil von 65,2 % bestimmt. Die Fälle der Strafrechtlichen Nebengesetze sind von 12.393 in 2019 auf 13.359 in 2020 angestiegen.

Zum Hintergrund:

Bei der PKS handelt es sich um den wohl bekanntesten und einen zugleich sehr wichtigen Bereich in Bezug auf die Auswerte- und Analysetätigkeit der Polizei in Bund und Ländern.

In dieser Statistik werden auf deutschem Territorium begangene Straftaten erfasst, die durch die Polizei bearbeitet worden sind. Diese Erfassung erfolgt jeweils zum Abschluss des Ermittlungsverfahrens bei Abgabe an die Staatsanwaltschaft, die PKS ist somit eine Ausgangsstatistik. Zugunsten einer wirksamen Kriminalitätsbekämpfung gibt sie ein überschaubares und verzerrungsfreies Bild der Kriminalität ab, die zur Anzeige

gebracht oder durch die Polizei ermittelt worden ist. Neben der strategischen Auswertung und Kriminalitätsanalyse dient die PKS u. a. der Information der Bevölkerung über das Aufkommen, die Entwicklung und die Verteilung der Kriminalität.

 

Die komplette PKS 2020 für das Land Mecklenburg-Vorpommern ist hier zu finden