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Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern / MV tut gut



Pressemeldung

Innenminister Caffier stellt Polizeiliche Kriminalstatistik 2011 vor:

Kriminalität in M-V geht weiter zurück

Nr. 41 - 13.03.2012 - IM - Ministerium für Inneres und Sport

Innenminister Lorenz Caffier und der Direktor des Landeskriminalamtes, Ingolf Mager,(v.r.n.l.) bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2011
Innenminister Lorenz Caffier und der Direktor des Landeskriminalamtes, Ingolf Mager,(v.r.n.l.) bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2011

Innenminister Lorenz Caffier hat heute die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2011 vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen, dass Mecklenburg-Vorpommern immer sicherer wird.

•         Geringste Zahl an Straftaten in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns, mehr als 1.000 Straftaten weniger als im Vorjahr

•         Kriminalitätsbelastung der Bevölkerung erneut verringert:
Häufigkeitszahl auf 7.820 Fällen pro 100.000 Einwohner gesenkt

•         Wirksam gegen zunehmende Internetkriminalität aufgestellt

Innenminister Lorenz Caffier: "Die Ergebnisse zeigen, dass die Kriminalität in Mecklenburg-Vorpommern weiter zurück geht. Wir haben den niedrigsten Stand in der Geschichte unseres Bundeslandes erreicht. Das vergangene Jahr ist zwar durch eine differenzierte Kriminalitätsentwicklung gekennzeichnet, aber die wesentlichen Eckpunkte der Polizeilichen Kriminalstatistik haben sich weiterhin positiv entwickelt." Mit Sorge sieht der Minister die Zunahme bei der Internetkriminalität. "Hier haben wir es vor allem mit Betrugsstraftaten zu tun und man muss davon ausgehen, dass sich diese Entwicklung auch in Zukunft fortsetzen wird. Darauf hat sich die Landespolizei eingestellt."

Zur Entwicklung der Kriminalität in der Grenzregion betonte der Minister, dass die meisten Straftaten nach wie vor durch Deutsche begangen werden. Insgesamt ist in der Grenzregion Mecklenburg-Vorpommerns die Zahl der Diebstähle angestiegen, wenn auch mit regionalen Unterschieden. "Wir nehmen die Sorgen und Wünsche der Bevölkerung in der Grenzregion, die auch durch die Transitlage M-V zusätzlich berührt ist, sehr ernst und die Polizei hat ihre Fahndungs- und Kontrollmaßnahmen bereits verstärkt."

Die wichtigsten Eckwerte im Überblick:

Fallentwicklung

Im Jahr 2011 wurden insgesamt 128.426 Straftaten registriert. Die Fallzahl hat im vergangenen Jahr gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 1.063 Straftaten bzw. knapp einem Prozent abgenommen. Damit wurde 2011 der niedrigste Stand der registrierten Kriminalität in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns erreicht. Der in den zurückliegenden Jahren zu verzeichnende kontinuierliche Rückgang der Gesamtkriminalität setzte sich auch im vergangenen Jahr fort.

Der Rückgang der Kriminalität insgesamt ist vor allem auf eine entsprechende Entwicklung im Bereich der Rohheitsdelikte sowie der Vermögens- und Fälschungsdelikte zurückzuführen. Eine Zunahme ist dagegen beim Diebstahl festzustellen und damit in einem Kriminalitätsbereich, der in den vergangenen Jahren durch deutliche Rückgänge gekennzeichnet war.

Häufigkeitszahl

Mit dem Rückgang der Gesamtkriminalität ist auch die Bevölkerung im vergangenen Jahr wieder weniger durch Kriminalität belastet worden. Die Häufigkeitszahl sank um 22 Fälle auf 7.820 Straftaten pro 100.000 Einwohner. Das ist der niedrigste Wert, der in Mecklenburg-Vorpommern je festgestellt wurde.

Aufklärungsquote

Die Aufklärungsquote verringerte sich von 60,1 % im Jahr 2010 auf 58,4 % im Jahr 2011. Ursächlich dafür dürfte zum einen die Zunahme der Straftaten im Bereich des Diebstahls sein, die von jeher zu den eher schwer aufzuklärenden Delikten zählen. Zum anderen ist bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten, also bei Straftaten mit einer hohen Aufklärungsquote, ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen.

Insgesamt kann man jedoch auch für das vergangene Jahr von einer Aufklärungsquote auf vergleichsweise hohem Niveau sprechen, wenn sie auch gegenüber den beiden Vorjahren etwas niedriger ausgefallen ist.

Tatverdächtige

Insgesamt wurden 48.272 Tatverdächtige ermittelt.

Dabei ist besonders erfreulich, dass die Zahl der unter 21-jährigen Tatverdächtigen wie bereits in den Vorjahren weiter zurück ging. Der Rückgang fällt mit einem Minus von 9,7 % wieder sehr deutlich aus. Diese Rückgänge sind in nahezu allen Deliktsbereichen zu verzeichnen. Insgesamt wurden nur noch 10.715 junge Straftäter und damit 1.147 weniger als noch ein Jahr zuvor registriert. Auch dies ist ein absoluter Tiefstand in der Geschichte von Mecklenburg-Vorpommern.

Eine Zunahme ist dagegen bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen festzustellen.

Mit 3.619 nichtdeutschen Tatverdächtigen wurden 311 mehr als im Vorjahr registriert. Ihr Anteil ist damit von 6,8 % auf 7,5 % in 2011 gestiegen und liegt damit jedoch immer noch deutlich unter dem Vergleichswert der gesamten Bundesrepublik von 21,9 % im Jahr 2010.

Anstiege sind dabei sowohl bei polnischen als auch bei russischen, türkischen und litauischen Staatsangehörigen als Tatverdächtige zu verzeichnen. Die Zahl der vietnamesischen Tatverdächtigen ist dagegen zurück gegangen.

Die Zunahme nichtdeutscher Tatverdächtiger bezieht sich auf alle Regionen unseres Landes. Diese Täter und Tätergruppen agieren in ganz Mecklenburg-Vorpommern und über die Landesgrenzen hinaus.

Entwicklung in einigen Kriminalitätsbereichen:

Die Zahl der Diebstähle erhöhte sich um 2,6 % auf insgesamt 50.397 Fälle. Während der schwere Diebstahl mit 0,2 % nur moderat zunahm, erhöhte sich der einfache Diebstahl mit einem Zuwachs von 6,0 % bzw. ca. 1.200 Straftaten auf 21.516 Fälle wesentlich. Insbesondere der Ladendiebstahl (Anstieg um ca. 400 auf 7.463 Fälle) und der sonstige, nicht näher klassifizierte einfache Diebstahl (Anstieg um rund 950 auf 5.820 Fälle) erhöhten sich deutlich. Die in den Bereich des schweren Diebstahls fallenden Wohnungseinbrüche stiegen insgesamt um 5,6 % auf 1.334 Straftaten.

Erhöht hat sich auch der Diebstahl von Kraftfahrzeugen von 1.191 Fällen auf 1.363 im vergangenen Jahr. Dies entspricht einer Zunahme um 14,4 %.

Vermögens- und Fälschungsdelikte:

Ein deutlicher Rückgang um über 2.100 Fälle bzw. 8 % ist dagegen bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten zu verzeichnen. Dieser Rückgang geht ganz überwiegend auf die Abnahme der Betrugsdelikte um 9,1 % zurück, erstreckt sich aber auch auf nahezu alle anderen Deliktsbereiche dieser Straftatengruppe.

Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit

Von einem Straftatenrückgang sind auch die Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheitgekennzeichnet. Der Rückgang macht insgesamt 3,3 % bzw. 557 Straftaten weniger aus. Dabei gingen insbesondere die einfachen Körperverletzungen zurück, die um 6,9 % bzw. 495 Fälle abnahmen.

Straßenkriminalität

Eine leichte Zunahme um 406 Fälle bzw. 1,4 % ist dagegen im Bereich der Straßenkriminalität festzustellen, also bei den Delikten, die in der Öffentlichkeit begangen werden. Hier sind es insbesondere die Diebstahlsdelikte rund um das Kfz und die Sachbeschädigungen, bei denen Anstiege zu verzeichnen sind.

Mit Blick auf die Langzeitentwicklung kann man jedoch auch das Jahr 2011 noch in die Phase eines vergleichsweise niedrigen Fallniveaus einordnen. Gleichwohl wird dieser Bereich auch zukünftig ein Schwerpunkt polizeilicher Tätigkeit bleiben. Dazu gibt es bereits Gespräche mit den Polizeiinspektionen.

Straftaten mit Hilfe des Internets

Parallel mit der weiter zunehmenden Etablierung von IT-Anwendungen in der Gesellschaft werden zunehmend Straftatenmit Hilfe des Internets begangen. Die Anzahl der Straftaten, in denen das Internet das entscheidende Medium für die Straftatenbegehung ist, hat im vergangenen Jahr um 9,3 % zugenommen. Insgesamt wurden 5.304 internetbezogene Straftaten registriert. Zu über 80 % handelt es sich dabei um Betrugsstraftaten, die sich im vergangenen Jahr auf 4.327 Fälle erhöhten. Damit wird auch deutlich, dass Betrugsdelikte zunehmend über das Internet begangen werden.

Wegen der weiteren Verbreitung von Internet, Computern und deren Anwendungen in der gesamten Gesellschaft liegt es auf der Hand, dass sowohl Internet- als auch Computerkriminalität in der nächsten Zukunft weiter zunehmen werden. Dies bezieht auch die Straftaten mit ein, die innerhalb sozialer Netzwerke wie z.B. facebook begangen werden.

"Die Landespolizei hat dieser Entwicklung Rechnung getragen, als bereits zum 1. März vergangenen Jahres ein für die Bekämpfung der Cybercrime zuständiges Dezernat im Landeskriminalamt eingerichtet wurde", so Innenminister Caffier. Dieses Dezernat fungiere zugleich auch als zentrale Ansprechstelle für die Wirtschaft und andere Stellen und berät und unterstützt die Kriminalpolizeiinspektionen und Kriminalkommissariate bei ihren Ermittlungen. Darüber hinaus werden fünf IT-Spezialisten ihren Dienst im LKA antreten. "Wir werden die Entwicklung im Bereich der Cybercrime weiterhin aufmerksam im Blick behalten. Ich appelliere aber auch an die Eigenverantwortung der Nutzer von Internet und sozialen Netzwerken. Gehen Sie nicht leichtfertig mit ihren persönliche Daten um!"

Kriminalitätsentwicklung in der Grenzregion

Die Grenzregion umfasst nach der Kreisgebietsreform den neuen Landkreis Vorpommern-Greifswald (bzw. die ehemaligen Landkreise Uecker-Randow und Ostvorpommern sowie die Hansestadt Greifswald).

Wegen ihrer unmittelbaren Grenzlage ist in dieser Region der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtigen höher. Er lag im Landkreis Vorpommern-Greifswald im vergangenen Jahr bei 12 %.

Die überwiegende Anzahl an Straftaten entfällt in der Grenzregion nach wie vor auf deutsche Tatverdächtige. Die Zahl der durch Deutsche begangenen Straftaten ist im vergangenen Jahr gesunken, die Anzahl der Straftaten Nichtdeutscher bewegt sich im Vergleich dazu, wenn auch weitestgehend konstant, auf eher niedrigem Niveau.

Schaut man sich die Kriminalitätsentwicklung in der Grenzregion näher an, so ist festzustellen, dass die Zahl der Diebstähle im Landkreis Vorpommern-Greifswald um 384 auf 8.689 Straftaten gestiegen ist. Dies entspricht einem Anstieg um 4,6 %.

Allerdings sind auch hier deutliche regionale Unterschiede festzustellen. Während im ehemaligen Landkreis Uecker-Randow ein Rückgang um 10,6 % zu verzeichnen ist, haben sich die Fälle des Diebstahls im ehemaligen Landkreis Ostvorpommern um über 30 % erhöht.

Erhöht hat sich im Landkreis Vorpommern-Greifswald in diesem Zusammenhang auch die Anzahl der Kfz-Diebstähle um 41 auf 197 Straftaten sowie die Fälle des Wohnungseinbruchdiebstahls um 45 auf 287 Straftaten. Die Zuwächse sind hier größer als bei der durchschnittlichen landesweiten Fallzunahme in diesen Bereichen.

"Mir und auch der Polizeiführung sind die Sorgen und Wünsche der Bevölkerung, die mit dieser Entwicklung in der Grenzregion einhergehen, bewusst und wir nehmen sie sehr ernst. Die Grenzregion ist auch durch die Transitlage zusätzlich und besonders berührt", betonte Innenminister Lorenz Caffier. "Die Polizeipräsidien sind angewiesen, verstärkt offensive und verdeckte Kontrollmaßnahmen auf den Straßen und in bekannten Brennpunktbereichen durchzuführen."

Das Polizeipräsidium Neubrandenburg hat aufgrund der Lageentwicklung bereits Mitte vergangenen Jahres umfangreiche polizeiliche Maßnahmen eingeleitet und dadurch den Fahndungs- und Kontrolldruck verstärkt. Die Maßnahmen des Polizeipräsidiums Neubrandenburg werden darüber hinaus personell durch zusätzliche Kräfte des Landesbereitschaftspolizeiamtes unterstützt. Dass diese Maßnahmen greifen, zeigen Ermittlungserfolge der vergangenen Monate. Auch hier wird immer wieder deutlich, dass eben nicht nur nichtdeutsche Tätergruppierungen beispielsweise Fahrzeuge, Buntmetall oder Konsumgüter stehlen, sondern auch deutsche Täter derartige Straftaten begehen. So konnte die Polizei erst vor kurzem auf der Insel Usedom eine seit Dezember 2011 andauernde Einbruchs- und Diebstahlsserie von sechs deutschen Tatverdächtigen aufklären.

Straftaten gegen das Leben

Einen Zuwachs gab es bei den Straftaten gegen das Leben. Diese erhöhten sich um 4 Fälle auf 78 Straftaten.

Die Aufklärungsquote ist in diesem Bereich aber mit 94,9 % nach wie vor außerordentlich.

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung Weniger Fallzahlen wurden dagegen bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung registriert. Der Rückgang macht 4,1 % aus. Insgesamt wurden 827 Sexualstraftaten erfasst. Die Fallzahl der Verbreitung pornografischer Schriften ging um 4,9 % zurück.

Die Gruppe der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ist seit 2009 durch ein relativ niedriges Fallniveau gekennzeichnet.

Sonstige Straftatbestände des Strafgesetzbuches

Mit einem Zuwachs von 431 Fällen auf insgesamt 31.067 Straftaten stieg dagegen die Kriminalität, die in der Gruppe der sonstigen Straftatbestände des Strafgesetzbuches zusammengefasst abgebildet wird. Hier erhöhte sich die Fallzahl u.a. bei Erpressung, Widerstand gegen die Staatsgewalt/Straftaten gegen die öffentliche Ordnung und Brandstiftung. Sachbeschädigungen und Straftaten gegen die Umwelt gingen dagegen zurück.

Strafrechtliche Nebengesetze

Die Fallzahl ging auch in der Hauptgruppe strafrechtlichen Nebengesetzezurück, hier aber lediglich um 80 Fälle. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in diesem Bereich 5.768 und damit 1,4 % weniger Fälle als in 2010 registriert. Von einem Rückgang in dieser Hauptgruppe sind insbesondere Straftaten gegen das Aufenthalts-, das Asylverfahrens- und das Freizügigkeitsgesetz/EU sowie Rauschgiftdelikte betroffen.

Innenminister Caffier zeigte sich insgesamt mit den Ergebnissen der Polizeilichen Kriminalstatistik zufrieden. "Wir werden die weitere Entwicklung in den Kriminalitätsbereichen sehr genau beobachten, um dort, wo es nötig ist, rechtzeitig einzugreifen. Denn Ziel ist und bleibt es, die Kriminalität in Mecklenburg-Vorpommern weiter zurückzudrängen. Ich danke unseren Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten für die gute Arbeit, aber auch allen, die in den Kommunen in der Präventionsarbeit tätig sind."

Die vollständige Polizeiliche Kriminalstatistik 2011 für Mecklenburg-Vorpommern ist abrufbar unter www.polizei.mvnet.de.



Anlagen:

PKS 2011_Präsentation.pptx (PPTX, 369 KB)

PM Nr. 41 Polizeiliche Kriminalstatistik 2011.pdf (PDF-Dokument, 112 KB)

PKS Jahresbericht 2011 (PDF-Dokument, 2,8 MB)