Nr. ANK-1901-01/2010 - 19.01.2010 - PD Anklam - Polizeidirektion Anklam
Der Angriff auf zwei Polizeibeamte, die am Sonntag, 23:15 Uhr, in der Makarenkostraße in ihrem Streifenwagen sitzend mit Molotowcocktails beworfen wurden, ist nahezu aufgeklärt.
Die Beschuldigten im Alter von 16, 18 und 23 Jahren räumten nach ihrer vorläufigen Festnahme am späten Montagabend bereits ihre Tatbeteiligung ein. Während zwei der Tatverdächtigen zum Motiv angaben, die Polizei nur haben ärgern zu wollen, räumte der 23-jährige Beschuldigte die Tötungsabsicht ein. Ein politisches Motiv zeichnet sich nicht ab.
Die Kriminalpolizeiinspektion Anklam hat nach dem Angriff auf die Polizeibeamten eine Ermittlungsgruppe unter Leitung des Leiters der Kriminalpolizeiinspektion Anklam gebildet. Ihr gehörten 16 Kriminalisten an.
Mit der 1. Pressemitteilung der Pressestelle der Polizeidirektion Anklam zum Angriff selbst, lagen bereits erste Ergebnisse der Spurenauswertung vor. Die Kriminaltechnik konnte Fußabdruckspuren an der Telefonzelle, aus der der anonyme Anruf getätigt wurde, sichern. Selbige fanden sich nach Absuche des Tatortes auch am Hauseingang der Makarenkostraße 45 B. Zudem konnte ein in den Schnee gefallener Molotowcocktail gesichert werden. Auf die Mitteilung dieser Ergebnisse wurde bewusst verzichtet, um die Täter in Sicherheit zu wähnen. Zudem sollte die Beseitigung möglicher weiterer Beweismittel verhindert werden.
Nach umfangreichen Recherchen zu möglichen in der Makarenkostraße wohnhaften polizeibekannten Personen, konzentrierte sich die Polizei am Montagnachmittag auf Ermittlungen in der Makarenkostraße. Während über 100 Anwohner zu möglichen Feststellungen befragt wurden, ergab sich ein wichtiger sachdienlicher Hinweis, wonach in der Tatnacht erheblicher Lärm in einer Wohnung und im Hausflur zu vernehmen war.
In dieser Wohnung wurden wenig später die später festgenommenen Personen (wo sie sich zu Besuch aufhielten) festgestellt. In der Wohnung fanden sich Beweismittel, wie Utensilien zur Fertigung von Molotowcocktails und die Schuhe, deren Sohlenprofile mit den gesicherten Spuren übereinstimmten. In dieser Wohnung wurden die zur Straftat benutzen Molotowcocktails gemeinschaftlich angefertigt.
Während der in Karlsburg wohnhafte 23Jährige der Polizei bereits wegen mehrerer Straftaten, wie gefährlicher Körperverletzung, Diebstahl, Verstoß gegen das Waffengesetz oder sexuellen Missbrauchs, bekannt ist, wurde gegen die beiden anderen in Rostock (16 Jahre) und Greifswald (18 Jahre) wohnhaften Jugendlichen bisher u. a. wegen Sachbeschädigung, Bedrohung und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt.
Die Kriminalpolizei möchte sich ausdrücklich bei allen befragten Anwohnern der Makarenkostraße für ihre Unterstützung bedanken.
Die Staatsanwaltschaft Stralsund beantragt beim Greifswalder Amtsgericht gegen alle drei Beschuldigten Haftbefehle wegen versuchten Mordes. Sie werden heute/ morgen dem Haftrichter vorgeführt.